Bereits vor einigen Jahren legten die regulierenden Behörden in Europa und Nordamerika einen Zeitplan für Hersteller von Traktoren und anderen Maschinen zur Verringerung der Stickstoffdioxidund Feinstaubemissionen fest. Der Grund hierfür liegt nahe. Feinstaubemissionen stellen eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit dar, Stickstoffdioxidemissionen verursachen Smog und sauren Regen.
Um die Emissionsvorschriften einzuhalten, hat Valtra das SCR-Verfahren (Selective Catalytic Reduction, Abgasnachbehandlung) für seine Motoren eingeführt. Die Traktoren der S-Serie sind die weltweit ersten Schlepper, die mit dieser Technik ausgestattet sind, das Verfahren stellt einen Pionierschritt in Sachen Umweltschutz in diesem Industriezweig dar. – Durch die SCR-Technik kann der Kraftstoff noch besser genutzt werden. Gleichzeitig werden die Abgase mittels Katalysator reduziert. Im Vergleich zu älteren und konkurrierenden Verfahren ist diese Methode erheblich effizienter, erläutert Juha Tervala, Marketingleiter von AGCO Sisu Power. Bei Traktoren mit SCR-Technik verbrennt der Dieselkraftstoff in den Zylindern mit größtmöglicher Effizienz. AdBlue, ein Harnstoff-/ Wassergemisch, wird auf die Abgase gesprüht, bevor diese zum Katalysator im Endrohr gelangen.
Die AdBlue-Lösung reagiert daraufhin mit den Stickoxiden im Katalysator zu harmlosen Verbindungen, am Endrohr werden somit überwiegend Abgase in Form von Stickstoff und Wasser ausgestoßen. Der Kohlenwasserstoffund Kohlenmonoxidausstoß wird bereits durch andere Verbesserungen des Motors minimiert, Kohlendioxid ist bei jeder Verbrennung ein unvermeidliches Nebenprodukt, welches bei SCR-Motoren jedoch aufgrund des geringeren Kraftstoffverbrauchs nur in kleineren Mengen anfällt. Das SCR-Verfahren wird in Kraftwerken schon jahrzehntelang und im LKW-Bereich seit mehreren Jahren erfolgreich eingesetzt. Das System hat sich als sehr effektiv erwiesen.
Maschinenhersteller, die dieses Verfahren noch nicht einsetzen, müssen es bis 2014 aufgrund dann geltender, strengerer Abgasvorschriften einführen. Traktorbesitzern bereitet die SCR-Technik keinerlei Nachteile.
Ganz im Gegenteil: Die Bordelektronik steuert das System, der Fahrer muss lediglich den AdBlue-Tank auffüllen, wie es auch beim Kraftstofftank oder beim Wischwasserbehälter geschieht. Am wichtigsten ist aber die Tatsache, dass die SCR-Technik, verglichen mit den vorherigen Motorengenerationen, den Kraftstoffverbrauch um etwa 10 % senkt. Je nach Traktormodell und dessen Nutzung kann die Ersparnis dabei höher oder niedriger ausfallen.
Selektive katalytische
Reduktion (SCR)
Verringert Stickstoffdioxid- und Feinstaubausstoß
Verringert den Kraftstoffverbrauch um etwa 10 %
Verhindert die Verschmutzung von Schmieröl
Senkt die Wärmebelastung des Motors
Macht separate Partikelfilter entbehrlich
Macht eine Abgasrückführung in den
Motor entbehrlich
Ab 2011 dürfen Traktoren mit mehr als 174 PS höchstens 2 g Stickstoffdioxid und 0,025 g Feinstaub pro Kilowattstunde erzeugen. Im Jahr 2014 wird die Obergrenze für den Stickstoffdioxidausstoß auf 0,4 g weiter gesenkt. Die Stickstoffdioxid- und Feinstaubemissionen von Maschinen werden im Anschluss auf 3 % der Emissionen des vorherigen Zeitraums aus dem Jahr 1996 gesenkt. Diese enorme Abgasverringerung erfordert sowohl von den Nutzern als auch von den Maschinenherstellern Investitionen.